In ihren Speicher passen bis zu 2000 Bücher, knapp 800.000 Personen in Deutschland besaßen Mitte diesen Jahres bereits einen und bis zum Jahresende wird die Millionenmarke wohl geknackt sein: Die Rede ist von E-Book-Lesegeräten, die echten Lesespaß ohne bedrucktes Papier versprechen und das Potenzial besitzen, dem stationären Bucheinzelhandel in Deutschland den Garaus zu machen, denn gekauft wird nicht mehr beim Buchhändler vor Ort, sondern mit wenigen Tastendrücken ganz praktisch online.
Bild: Amazon Kindle 4
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Wie sich auch an der Verkaufszahlen dieser Geräte und der dazugehörigen Medien erkennen lässt, scheint nun sowohl technologisch wie preislich ein Niveau erreicht, das E-Book-Reader und E-Books gegenüber gedruckten Werken zunehmend konkurrenzfähig macht. Worin aber liegen die Stärken der E-Book-Lesegeräte gegenüber einem gedruckten Buch? Wo die Schwächen der Geräte?
Was ist ein E-Book-Reader und welche Varianten existieren?
Als E-Book-Reader oder E-Reader wird ein tragbares Gerät zur Darstellung elektronisch gespeicherter Buchinhalte, sogenannter E-Books, bezeichnet. Grundsätzlich lassen sich zwei Typen von Readern unterscheiden:
E-Book-Reader mit E-Ink-Display
E-Book-Reader mit LCD-Display
Zwar können auch Tablet-Computer, Smartphones und PCs als E-Book-Reader genutzt werden, gerade ein E-Reader mit E-Ink bietet aber eine Reihe von Vorteilen, auch gegenüber der Variante von E-Book-Lesegeräten mit LCD-Display.
Vor u. Nachteile von E-Book-Readern mit E-Ink-Display gegenüber E-Book-Readern mit LCD-Display
Hier sei an erster Stelle auf die Darstellung der Inhalte auf elektronischem Papier(E-Papier) verwiesen. Bei dieser passiven (nichtleuchtenden) Anzeigetechnik wird versucht, das Aussehen von Tinte bzw. Farbe auf Papier nachzubilden. E-Paper-Displays reflektieren das Licht wie normales Papier. Diesen Erstaunlichen Effekt ermöglichen kleinste Öl-Kügelchen, die durch eine elektrische Spannung so bewegt werden können, dass ein schwarzer Punkt zu sehen ist oder ein weißer. Bei manchen Anzeigetechniken werden Texte oder Bilder sogar dauerhaft angezeigt, also ohne dass dafür eine Erhaltungsspannung benötigt wird. Die Geräte verbrauchen daher wesentlich weniger Energie als beispielsweise LCD-Monitore, da ein Stromfluss nur zum Ändern des Bildinhaltes, etwa für einen Seitenwechsel gebraucht wird. Dementsprechend lange hält der Akku dieser Geräte. Eine Akkuladung die zwischen 6000 und 10 000 mal Blättern ohne neue Aufladung erlaubt, ist mittlerweile technischer Standard bei den neuen Geräten. Daneben sieht der Bildinhalt, anders als bei LCD-Displays, wegen des geringen Abstandes der bildgebenden Elemente zur Oberfläche aus jedem Blickwinkel gleich aus. Außerdem ist das Display sowohl bei normalem Raumlicht wie auch in hellem Sonnenschein lesbar, da die bildgebenden Elemente reflektiv sind. Allerdings wird bei Dunkelheit ebenso wie bei einem konventionellen Buch eine Lichtquelle benötigt. Die E-Ink-Technik ist sehr kontrastreich und erlaubt erschöpfungsarmes Lesen.
Denoch haben auch E-Book-Reader, die auf der vom Computerbildschirm bekannten LCD-Technik basieren, Vorteile gegenüber den E-Readern mit E-Ink. So ist hier das Bild farbig, im Dunklen ablesbar und es lassen sich bewegte Bilder abspielen. Da LCD-Displays mittlerweile in der Herstellung relativ preisgünstig sind, liegt auch der Preis eines derartigen E-Readers in der Regel unter dem für E-Reader mit E-Ink. Dafür muss man bei den LCD-E-Readern in Kauf nehmen, dass der Akku relativ schnell erschöpft ist, mehr als sieben oder acht Stunden Laufzeit sind kaum drin. Das Lesen im Freien fällt, wenn die Sonne scheint, ziemlich schwer. Je heller es ist, desto problematischer und vor allem auch anstrengender wird es.
Vor u. Nachteile von E-Book-Readern gegenüber gedruckten Büchern
Die Nachteile gegenüber Druckmedien wie Papier sind die transparente glatte Oberfläche der Abdeckung, die auch bei E-Ink-Displays Stör- und Streulicht reflektieren kann. Zwar hält der Akku (gerade der auf dem E-Ink-Konzept basierenden Geräten) wirklich ziemlich lange, gedruckte Medien benötigen jedoch bekanntlich gar keinen Akku. Auch wenn eigentlich trivial, aber der Konsument muss erst mal in gewisser Weise durch den Kauf eines Readers in Vorleistung treten. Je nach gewünschtem Modell und Technik müssen hier in etwa zwischen 60 und 100 Euro investiert werden, ohne damit gleichzeitig die gewünschten Bücher zu erwerben. Für diesen Betrag lassen sich bereits schon mehrere gedruckte Bücher kaufen. Dafür spart der E-Reader-Benutzer bei dem Kauf der elektronischen Bücher durchschnittlich etwa 20%. Und das Angebot an E-Books ist in letzter Zeit erwartungsgemäß stark gewachsen. Amazon bietet für seine Geräte nach eigenen Angaben mittlerweile über 800.000 elektronische Bücher und eine Reihe von elektronischen Zeitungen überwiegend in englischer Sprache an. im September 2011 waren bei Amazon aber bereits über 40.000 deutsche Bücher erhältlich. Und hier liegt ein großer Vorteil der elektronischen Bücher gegenüber den gedruckten, denn Amazon bietet etwa mit dem Kindle Keyboard 3G ein Gerät, das weltweites E-Book-Shopping ohne PC und ohne Zusatzkosten erlaubt. Andere Hersteller hingegen statten ihre Geräte mit WLAN-Empfang aus, um zumindest in Reichweite eines Funknetzes direkt über den Reader die gewünschten Bücher einkaufen und unmittelbar lesen zu können. Geht also beispielsweise an einem Sonntag der Lesestoff aus, ist der Nachschub nur wenige Klicks entfernt und dass rund um die Uhr.
Da verwundert es auch nicht, dass die Mehrzahl der Reader-Besitzer Vielleser sind, die statistisch im gleichen Zeitraum dreimal so viele Bücher kaufen wie Nicht-Besitzer solcher Geräte. Die Buchhändler vor Ort werden sich also mittel- und langfristig etwas einfallen lassen müssen. Möglichkeiten bestehen, denn an das Flair des gedruckten Buchs und eines gut sortierten Buchladens werden die praktischen E-Reader und E-Books in absehbarer Zeit nicht herankommen.
Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/E-Book-Reader


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